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Informationen zum härtesten Hundeschlittenrennen der Welt:
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Das nächste Yukon Quest™ Rennen startet im Februar 2002.

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R E P O R T 1
Wenn irgendwo die Welt zu Ende ist, dann in Circle City. Der 'Steese Highway', der von Fairbanks bis in das Dorf führt, endet einfach im Nichts. Circle City - dieses winzige Goldgräbernest am Yukon River in Alaska mit höchstens 90 Einwohnern ist der dritte Checkpoint des härtesten Schlittehunderennens der Welt, dem 'Yukon Quest'.
Auch mein Vater Dieter Dolif (60) mit der Startnummer 19 muss hier rasten, sein Husky-Gespann den Tierärzten vorführen und es gut füttern. Erst dann darf er wieder aufbrechen. Erst dann geht sein eisiges Abenteuer weiter. Seit sieben Jahren trainiert er, um sich seinen größten Traum zu erfüllen.
husky
1676 Kilometer mit dem Schlittenhundegespann quer durch die Eishölle Alaska. Von Fairbanks nach Whitehorse in Kanada. Bis zu 40 Grad minus, Schneesturm, Bären, Wölfe. Der Kampf gegen die mächtige Natur - weit und breit nur der Mensch und seine Hunde.
Leithund 'Dusty' will seine Ruhe. Er genießt den Zwischenstopp in Circle City, rollt sich im Schnee zusammen und leckt sorgfältig seine Pfoten. 'Dusty' hat sich seine Pause verdient. Mehr als 400 km hat er meinen Vater und den Rest des Hundegespannes in den ersten drei Tagen des Rennens durch die weiße Wildnis geführt. Durch Dunkelheit und Schneegestöber, über wackelige Eisschollen und vorbei an metertiefen Eisspalten. 'Dusty' ist bei diesem Rennen meine Lebensversicherung, sagt mein Vater. Auch er sieht mittlerweile etwas mitgenommen aus. Zehn Stunden hat er gerade auf dem Schlitten gestanden. Seine schwarzgrau melierten Haare stehen struppig unter der roten Mütze hervor. An seinen Wimpern hängen kleine Eisklumpen. Dünn ist er auch geworden. Den Gürtel mit den Messern für Notfälle muss er schon jetzt zwei Löcher enger schnallen. Seine Hose ist bis zum Knie steif gefroren - ein Teilstück der Strecke auf einem kleinen Fluß war nicht richtig zugefroren. Meine Mutter Gila (53) und ich würden ihm gern helfen, die Hunde zu versorgen. Doch wir dürfen ihm keine Arbeit abnehmen - so schreibt es die Rennordnung vor.
Musher
Mein Vater nimmt seinen Alkoholkocher vom Schlitten, schmeisst ihn an. 'Ich muss Schnee schmelzen, um die Hunde zu füttern. So muss es sein, erst die Hunde dann der Mensch', sagt mein Vater und streichelt den Rest seines Teams. Mit 14 Hunden ist er am vergangenen Samstag in Fairbanks losgefahren. Jetzt hat er nur noch zwölf Hunde vor dem Schlitten. Der Rüde 'Ghost' hatte eine geschwollene Pfote und der neunjährige 'Sigi' war nach einem steilen Anstieg über 2000 Höhenmeter ein wenig steif. ' Ich nehme die Hunde lieber ein bißchen zu früh aus dem Gespann. Schließlich soll sich kein Hund ernsthaft verletzten', sagt mein Vater, 'ich komme auch mit 12 Hunden ganz gut voran.'
Der lange, einsame Weg durch die endlose Eiswüste ist gefährlich. Doch Angst hat mein Vater nicht. Nur meine Mutter und ich machen uns Sorgen um ihn, wenn wir an den Checkpoints warten. Manchmal sehen wir ihn drei Tage nicht, hören nur Gerüchte von den furchtbaren Dingen, die unterwegs passieren. Ein 'Musher', so nennen sich die Schlittenhundeführer, soll von einem Elch angegriffen worden sein. Erst nach Stunden wußten wir: Das Opfer war nicht mein Vater, sondern Jack Berry, ein anderer Teilnehmer. Und er hatte Glück, nur sein Schlitten ist kaputt gegangen. Nicht selten zertramplelt eine aggressive Elchkuh mit Kalb auch ein paar Hunde.
Doch wenn mein Vater mit seinem Gespann unterwegs Richtung Kanada ist, sind die Gefahren vergessen. Nichts ist zu hören außer dem Gleiten des Schlittens auf dem Pulverschnee und dem Atem der Hunde. ' In der Dämmerung höre ich manchmal die Wölfe heulen', dagt er. 'Es ist wie im Märchen'.
Rennen
Mindestens 1200 Kilometer bis zur Goldgräberstadt Whitehorse liegen noch vor ihm. Bis jetzt schlagen er und seine Hunde sich tapfer, sie liegen im Mittelfeld. Doch entschieden ist noch lange nichts. Erst wenn mein Vater und seine Hunde wirklich die Ziellinie überqueren, ist sein größter Traum in Erfüllung gegangen.

Copyright Nicole Dolif
R E P O R T A G E N :
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Reportage ueber das YQ250 (Aurora,Knik200)Rennen

Yukon Quest 2002 - Reportage von M. Guldner
(Reise)Reportage ueber das Rennen

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