Y u k o n   Q u e s t ™ - R e p o r t a g e n


Informationen zum härtesten Hundeschlittenrennen der Welt:
Bilder, Videos, Audioberichte, Listen der Gewinner/Musher und Links.
Das nächste Yukon Quest™ Rennen startet im Februar 2001.

Yukon Quest
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Yukon Quest Reportagen
Mit freundlicher Genehmigung von Peter Kamper
© Copyright Peter Kamper

R E P O R T

Leithunde

Schandelmeier,Turner,Mackey,Lindner,Zirkle.....
Namen die einem sofort ins Gedaechnis kommen,wenn man die Yukon Quest ueber Jahre miterlebt hat.
Alle hatten dunkle Ringe unter den Augen, als sie die Ziellinie ueberquerten und das erste was sie taten war ihre Hunde zu versorgen waehrend Zuschauer begeistert applaudierten.
Wenige der begeisterten Leute verstehen, daß es nicht der Mann oder die Frau ist, der/die das Rennen gewinnt, sondern die Hunde. Neben der Kraft und Ausdauer der Hunde kommt ein Faktor in Langstreckenrennen hinzu, der oft uebergangen wird: Intelligenz.
Die wahren Namen der Helden sind 'Trait', 'Howl' oder 'Frisk', vierbeinige Helden, denen das Rennen im Blut liegt, die ohne Zoegern ein Team von Hunden in tiefer Nacht ueber einen verwehten baumlosen Bergruecken ohne Weg und Pfad fuehren und als erste einen Abhang hinuntergehen oder ueber die Eisschollen des Yukon klettern.
Sie sind die Leithunde eines Teams, die wahren Helden der Rennen in denen nur die Musher interviewt werden.
Waehrend viele Leute keinen einzigen Gedanken an die Intelligenz ihrer Hunde verschwenden, sind Musher darauf angewiesen ihren 'Leaders' zu vertrauen.
Einen 'Leader' durch Verletzungen zu verlieren, kann Sieger zu Verlieren machen. Viele Musher nehmen zwei Leithunde fuer die Quest, um dies zu verhindern.
Wie bei Menschen liegt der Unterschied zwischen ihm/ihr und dem Rest des Teams in drei Dingen: Intelligenz, Erfahrung und Entscheidungskraft.
Mile 101 liegt in einem Hochtal nicht weit vom hoechsten Punkt der Quest. Winde von 80 km/h und Temperaturen von -30 C sind ohne weiteres moeglich. Schnee treibt unter diesen Bedingungen, Trails sind verweht und Hunde wollen sich eine Hoehle graben.
Kaum einer versteht, daß es die Leithunde sind, die sich in solchen Situationen in die Riemen legen und das Team ueber Berge und durch das Wetter bringen, das keiner erleben will.
Oft haben wir Teams, deren Musher einfach gluecklch sind, daß sie bei 'Mile 101' angekommen sind. Sie kratzen das Eis aus ihren Baerten und sagen: 'Mein Leithund fand den Weg....,und fuer zwei Stunden dachte ich in der Dunkelheit, daß ich einfach den Trail verloren haette.' Manche Teams aber geben einfach auf.
Es gibt Leithunde, die sich einfach hinlegen - obwohl dies fuer viele unglaublich erscheint kann ein Leithund der aufgibt, ein ganzes Team zum stoppen bringen. Allerdings gibt es auch welche, die nie aufgeben und gerade diese sind es, die in aufgebrochene Flusse springen um das Team zum weitergehen zu zwingen, die ueber vereiste Seen laufen auf denen der Trail nicht markiert ist und die in Stuermen den Rest der Hunde ueber Gipfel fuehren. Viele dieser kleinen Helden sind aelter, als man denkt;
'Lopez', mit dem Rick Mackey die Yukon Quest in 1996 gewann, war 11 Jahre alt.
Fuer normale Verhaeltnisse ein Hund, der mit neun Jahren in Rente haette gehen sollen. Lopez fuehrte Macky und sein Team ueber vereiste Seen und windige Berge, brachte das Team ueber Eagle Summit und gewann. Er war der aelteste Leihund, der die Quest je gewann. Ein Recke, dem ausser von Mackey selbst nie gebuehrend gedankt wurde.
R E P O R T

Die wahren Helden

Wenige Leute verstehen, was wirklich in einem Rennen vor sich geht das sich ueber fast 1700 km erstreckt. Leithunde sind nicht unbedingt die staerksten und dominantesten Tiere des Teams, meist ist es ihr Wille, ihre Erfahrung und ihre Intelligenz, die ein Team zusammenhaelt.
Oft habe ich schon vor Anfang eines Rennens gehoehrt: 'Soundso hat einen jungen Leithund. Ich bezweifele, daß er Chancen hat zu gewinnen.' Wenn Schandelmeier, Turner und Frerichs zur Quest antreten, werden Veteranen des Rennens nicht nur hinten auf den Kufen stehen und diese würden sich niemals Leithunden anvertrauen , die das Rennen nie gelaufen sind.
Wie Lopez, der mit 11 Jahren fast 1700 km durch Sturm, Eis und Schnee ein Team zum Sieg fuehrte, so werden die Leithunde der Profis auch dieses Jahr erfahrene Recken sein, die in verwehtem Schnee den Trail riechen koennen, auf vereisten Seenplatten nicht aufgeben wenn die Pfoten rutschen und an einem steilen Hang nicht zoegern als erste zu springen.
Am Ende wird die Kombination des besten Leithundes mit dem besten Musher gewinnen, solange die anderen Hunde gesund bleiben.

In weniger als 14 Tagen wird das Rennen beginnen. In Dawson, wo alle Musher eine Pause von 36 Stunden einlegen muessen, wird Gold an denjenigen vergeben werden, der als erster ankommt. Die wenigsten der Musher sind wirklich auf das Gold in Dawson aus, denn
Biedermann's Cabin muss erreicht werden und der unendlich lange Trek nach Eagle wartet. Der Yukon River, gefroren und dieses Jahr fast unpassierbar durch seine Eisschollen ist ein Teil des Rennens.
Eagle Summit wartet nach 9 Tagen des Rennens mit seinen Steilhaengen, wo dieses Jahr das Rennen wahrscheinlich entschieden wird. Mehr als alles andere werden nun die Schlittenhundefuehrer, die das Rennen gewinnen wollen, mit ihren Leithunden 'reden'.

Es war nie Mackey selbst, der gewann, sondern Lopez und Mackey. Mackey hat nie versucht, dies zu verheimlichen. Es war die Presse, die dies tat.
Auch gewann Aily Zirkle letztes Jahr nicht alleine. Auch sie gab mehr Lob an ihren Leithund weiter als die Presse eigentlich hoeren wollte.

34 Leithunde schlafen, waehrend ich dies schreibe. Hunde mit Instinkten, die wir kaum verstehen.
Die besten von ihnen werden ihre Musher und die anderen Hunde in tiefer Dunkelheit und bei -30 C ueber den von Eisschollen uebersaehten Yukon River leiten, das "Team" ueber den unendlich langen Berghang von American Summit fuehren und ohne zweimal nachzudenken in den Riemen liegen, wenn Eagle Summit so steil wird, daß man eigendlich rueckwaerts wieder runterrollen kann...,und dies fuer ungefaehr 1000 Meter...bei Winden von 80 km/h.

Wenn sie nun dem Yukon Quest folgen und John Schandelmeier, einen alten Trapper, Sylvia Furtwaengler, Dieter Zirngibl oder Connie Frerichs, eine wundervolle Dame anfeuern, vergessen sie die Leithunde nicht !
Moege das beste Team gewinnen......

Peter Kamper


Text © Copyright Peter Kamper / Photos Courtesy of KUAC, John McWhorter + Daily News Miner


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