BP Amoco einigt sich mit Alaska
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London (wsj) November 1999
- BP Amoco plc, London, hat sich mit dem US-Bundesstaat Alaska auf den Verkauf von Aktiva und auf
Ausgleichszahlungen geeinigt, um den Weg für die Fusion mit der Atlantic Richfield Co, Los Angeles, frei zu machen. Wie das "The Wall
Street Journal" (WSJ/Montagausgabe) berichtet, haben das Unternehmen und der Bundesstaat u.a. vereinbart, dass sich BP Amoco von
95.000 bpd Ölproduktion trennt, weitere 80.000 bpd sollen bei Produktionsaufnahme der fusionierten Gesellschaft wegfallen. Wie es hieß,
hat die Federal Trade Commission trotzdem weiter fundamentale Bedenken gegen den Zusammenschluss.
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Raketenabwehr in Alaska geplant.
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Washington (dpa) September 1999
- Die USA planen den Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Alaska. Das teilte das
US-Außenministerium mit. Gleichzeitig hieß es, US-Vize-Außenminister Talbott habe atomare Abrüstungsgesprächen
mit Moskau aufgenommen. Er traf in Moskau seinen russischen Amtskollegen Mamedow. Russischen Agenturberichten
zufolge sollen die Verhandlungen heute fortgesetzt werden.
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Gigantisches Gemüse aus Alaska
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05.09.1999 09:30
Anchorage (AP)
Er ist dick und rund wie ein grüner Wasserball - und er ist John Kellars ganzer Stolz. Der Bauarbeiter aus
Palmer im US-Staat Alaska hat seinem Kohlkopf in den letzten Monaten täglich eine Dose Bier spendiert,
durch einen Plastikschlauch direkt in die Wurzel, und ihn damit auf beeindruckende 14 Kilogramm gebracht.
Trotzdem weiß Kellar, dass er damit beim alljährlichen offiziellen Riesen-Kohlkopf-Wettbewerb von Alaska
keine Chance hat. Denn in der Welt des Riesenkohls ist sein Kopf eher mickrig.
Alaska ist berüchtigt für seine Siebenmonatswinter mit Schnee von Oktober bis April und unendlich
langen arktischen Nächten. In den fünf milden Monaten dazwischen aber geschehen im Süden des riesigen
Landes kleine botanische Wunder. «Es hat viel damit zu tun, dass wir so viele Stunden Tageslicht haben»,
sagt Gartenbau-Professorin Juli Riley von der Universität von Alaska. Im Sommer wird es nachts nur für ein
paar Stunden dämmrig. «Der Sommer ist bei uns komprimiert.» Außerdem ist es mit 15 bis 25 Grad Celsius
relativ kühl - Wohlfühlwetter für etliche Gemüsesorten wie Rüben, Zucchini oder Kohlrabi. Dieses Jahr haben
Gärtner in Alaska mit einer 35 Kilogramm schweren Steckrübe und einer 19 Kilogramm schweren
Rote-Beete-Wurzel Weltrekorde im Guiness-Buch übertroffen. Aber der Weißkohl-Wettbewerb stiehlt dem
übrigen Monstergemüse regelmäßig die Schau.
Schon 1941 veranstaltete die Alaska State Fair bei Anchorage, eine Art Herbstvolksfest mit
Landwirtschaftsschau, das erste offizielle Kohl-Einwiegen. Der Sieger damals gewann allerdings mit läppischen
10,4 Kilogramm den ersten Preis von 25 Dollar. Inzwischen ist das Preisgeld auf 2.000 Dollar (3.680 Mark)
angewachsen. Der Gewinner muss mindestens 40 Kilogramm auf die Waage bringen, um die Konkurrenz
hinter sich zu lassen. Und er braucht offenbar ein Geheimrezept. Denn seit Jahren dominiert beim Kohl in
Alaska eine Familie: Die Dinkel-Dynastie. Die Dinkels, die seit Mitte der 60er Jahre beim Wettbewerb antreten,
lassen ihre Konkurrenten in Ehrfurcht erstarren. «Die haben's drauf», erkennt auch Bier-Kohl-Experte Kellar an.
In den vergangenen sieben Jahren haben verschiedene Familienmitglieder fünf Mal den Hauptpreis gewonnen.
Und auch dieses Jahr ist es nicht anders. Nach dem amtlich beglaubigten Einwiegen am Wochenende heißt
es: erster Preis für Gene Dinkel mit 41,5 Kilogramm, zweiter Preis für seinen Bruder Don Dinkel mit 39,9
Kilogramm, dritter Preis für Frances Dinkel, die 91-jährige Mutter der beiden, die ihren 35 Kilogramm schweren
Kohl im Altersheim gezogen hat. Ihre Urenkel, die gemeinsam als Team Dinkel beim Kinderwettbewerb
angetreten sind, dürfen zudem einen zweiten Preis in ihrer Klasse mit nach Hause nehmen.
Seelenfrieden beim gemeinsamen Bier im Gewächshaus
«Tja, die Dinkels, die haben irgendwas Besonderes am Laufen», weiß Bridgette Preston, seit Jahren die
offizielle Koordinatorin des Wettbewerbs. Dem Gemunkel der Konkurrenten zufolge hat die Familie eine
spezielle Kohlsorte aus Japan importiert und dann mit einheimischen Sorten gekreuzt. Aber die Dinkels sind
wortkarge Leute. «Eine orientalische Sorte», ist das einzige, was Gene über sein geheimnisvolles Saatgut
sagen will. Und Bruder Don, ausgebildeter Gärtner, sieht das Geheimnis seines Erfolgs ohnehin woanders: Der
Boden muss mit Plastikfolie abgedeckt sein, um die Pflänzlein im Frühjahr warm zu halten. Andere Kohl-Profis
sind freimütiger mit ihren Tipps. Ben Meyer zum Beispiel schwört auf Kuhmist. Sein Kohl wiegt allerdings nur
22 Kilogramm. Barb Everingham hat als Alternative für sich Truthahn-Mist entdeckt - 28,5 Kilogramm. David
Schroer meint hingegen: «Es gibt kein Geheimrezept. Das wichtigste ist, sie jeden Tag zu gießen.» Seine
Köpfe kriegen täglich 25 bis 30 Liter Wasser.
Mit seiner Bier-Methode steht John Kellar bisher offenbar allein da. Nächstes Jahr, so beteuert er, wird er
früher mit dem speziellen Füttern anfangen. Ob er die Dinkels damit aus dem Rennen schlagen kann, ist
fraglich. Aber Kellar hat zumindest Spaß an seinem Hobby, das ihn den Sommer über täglich beschäftigt.
«Andere finden ihren Seelenfrieden anders», meint Kellar. «Aber für mich bedeutet Seelenfrieden, in mein
Gewächshaus zu gehen und ein Bier mit meinem Kohl zu trinken.»
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8 Tage in Schneewüste Alaskas überlebt
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Oktober 1999/Anchorage/USA (AP)
In einer Schneewehe auf einer einsamen Straße in Alaska stecken zu bleiben ist lebensgefährlich. Der
Lkw-Fahrer Eric Hagstrom meisterte de gefährliche Situation bei Temperaturen bis zu minus 18 Grad mit Glück
und Geschick: Unweit der Straße entdeckte er eine Blockhütte, die mit einem Holzofen und Lebensmitteln
ausgestattet war, verschaffte sich Zugang und hielt dort acht Tage aus. Dann gelang es ihm, die
Aufmerksamkeit von Polizisten zu erregen, die mit einem Schneemobil die Strecke abfuhren. Der 33-Jährige
wurde in gutem Zustand gerettet. «Er hatte Glück, dass er die Hütte kannte und wusste, wie er hinein kommt»,
lobte Trooper Sonny Sabala am Sonntag den Geretteten. «Er hatte die richtige Kleidung für da draußen und
war clever genug, es auszusitzen.»
Aber Hagstrom hatte auch einen schweren Fehler begangen: Vor seinem Aufbruch mit seinem
allradgetriebenen Fahrzeug informierte er niemanden über sein Ziel und seine geplante Strecke. Auf dem
Denali-Highway, auf dem es keinen Winterdienst gibt, blieb er 275 Kilometer nordöstlich von Anchorage liegen.
«Das ist extrem gefährlich», rügte Sabala. «Die Chancen, in einem Notfall gefunden zu werden, sind wirklich
minimal.» Hagstrom war am Sonntag nicht zu sprechen. Zusammen mit Freunden war er dabei, sein Auto aus
dem Schnee auszugraben.
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Bürger Alaskas teilen Dividende nicht
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15. September 1999, 09:09 Uhr
Anchorage (AP) Die Regierung des US-Staats Alaska hat ihre Bürger um Rat gebeten. Aber der fiel nicht so aus, wie es die Regierenden
hören wollten: In einem nichtbindenden Volksentscheid stimmten rund 80 Prozent der Teilnehmer am Dienstag gegen einen Plan zur Lösung
der Haushaltskrise Alaskas, der sie sofort bares Geld gekostet hätte. Nun müssen der demokratische Gouverneur Tony Knowles und die
republikanische Mehrheit im Parlament, die sich nach langem Streit nur mühsam geeinigt hatten, von vorne beginnen.
Der abgelehnte Plan sah vor, die Dividende eines Fonds aus Öleinnahmen teilweise in den Staatshaushalt fließen zu lassen und nicht mehr direkt an die Bürger
auszuzahlen. Doch der jährliche Scheck, der seit 1982 an jeden der rund 620.000 Bürger aus Zinsgewinnen des 26 Milliarden Dollar schweren Fonds ausgeschüttet
wird, ist inzwischen ein Markenzeichen des nördlichsten Staats der USA wie die Elche, Lachse und Bären. Die Wähler dachten nicht im Traum daran, ihre
Dividende - letztes Jahr waren es rund 1.500 Dollar (2.850 Mark) - zu schmälern, um ihren Politikern aus der Patsche zu helfen. «Es ist, als ob man einen Teil seines
Gehalts einem Schwager überweisen müsste, den man nicht mag und dem man nicht traut,» schrieb der Kolumnist der «Anchorage Daily News», Mike Doogan.
Das Wort Defizit ist relativ neu in dem dünn besiedelten Staat, der in den letzten 30 Jahren rund 46 Milliarden Dollar aus Abgaben auf die Ölindustrie einnahm. Seit
der Entdeckung der Produktionsfelder an der arktischen Nordküste 1969 und dem Bau der Trans-Alaska-Pipeline Ende der 70er Jahre lieferte die Branche nach
eigenen Angaben teils über 90 Prozent der jährlichen Staatseinnahmen. 1980 schaffte die Landesregierung mangels Notwendigkeit die private Einkommensteuer des
Bundesstaats ab. Eine Mehrwert- oder Mineralölsteuer gibt es ebenfalls nicht.
Einkommensteuer? - Abwegig
Seit Mitte der 90er Jahre ist jedoch klar, dass der Reichtum nicht ewig währt. Nach Angaben des ölmultis BP, des grössten Förderers der «North Slope», hat sich
die täglich geförderte Menge in den letzten zehn Jahren etwa halbiert, auf heute etwa eine Million Barrel. Zum Teil liegt das daran, dass die erschlossenen ölfelder
langsam, aber sicher zur Neige gehen. Die niedrigen Rohölpreise der letzten Jahre boten den großen Firmen wenig Anreiz, mehr zu fördern und die kostspielige
Erschließung neuer Felder voranzutreiben. Beides ließ bei der Landesregierung in Juneau die Alarmglocken schrillen.
Betrug der Gewinn aus der Öl-Produktionssteuer 1984 noch 1,3 Milliarden Dollar, so lag er 1998 noch bei 577,8 Millionen. Die Gewinnbeteiligung für verpachtetes
Staatsland fiel in der gleichen Zeit von 1,05 Milliarden auf 512 Millionen Dollar, wie die amtliche Statistik zeigt. Konsequenz war ein jeweils mehrere hundert
Millionen Dollar großes Defizit im Haushalt, das der Staat bisher aus Rücklagen der fetten Öljahre decken konnte. Als der Ölpreis im Dezember 1998 bei einem
historischen Tief von knapp neun Dollar lag, rechneten die Finanzexperten für das kommende Jahr mit einem Fehlbetrag bis zu 1,2 Milliarden Dollar in einem
Haushalt von 2,3 Milliarden Dollar.
Auf der Suche nach einer langfristigen Lösung verfiel Demokrat Knowles auf die Idee, die Einkommenssteuer wieder einzuführen. Abwegig, befand die konservative
Mehrheit im Parlament. Mit gleicher Skepsis betrachten die Republikaner eine landesweite Mehrwertsteuer. Schließlich schien beiden Seiten die am wenigsten
schmerzhafte Lösung der Rückgriff auf den «Permanent Fund», den 1976 geschaffenen Rücklagenfonds. Die Hälfte der jährlichen Dividende von derzeit rund 1,6
Milliarden Dollar sollte eine daürhafte Qülle für den Haushalt werden, mit dem Segen einer Beratenden Volksabstimmung (advisory vote). No way, entschieden jetzt
die Wähler.
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