A l a s k a - R e i s e b e r i c h t e


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Fahrradtour durch den Yukon und Alaska - Sommer 1999
Mit freundlicher Genehmigung von Ulrich Hecking
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Kurz vor dem Campground tauchte urplötzlich neben mir ein kleines Fellbüschel auf, dann ein zweites und ehe ich wusste, was geschah die dazu gehörige Bärin. Sie richtete sich auf den Hinterbeinen auf, um sich den komischen Kerl genauer anzusehen, war ich doch wahrscheinlich der erste Radfahrer, dem sie bislang begegnet ist. Was macht man nun, wenn nur wenige Meter von mir entfernt ein Bär auftaucht? Viele Tips gibt es für Wanderer wie z.B. nicht erschrecken und wegrennen. Aber nirgends las ich etwas, wie man sich als Radfahrer bei einer Begegnung mit einem Bären verhalten soll. So sprach ich leise mit der Bärin und fuhr langsam ohne Hektik weiter, was gar nicht so leicht ist, wenn man die sprichwörtlichen Bärenkräfte kennt. Zum Glück vermeiden Bären ja auch eine Auseinandersetzung, wenn sie sich umgehen lässt.
Am nächsten Tag erreichte ich Dawson City. Jedoch ließ ich mich die letzten Kilometer von der Abzweigung des Dempster Highway vom Klondike Highway mitnehmen.
In Dawson war der staatliche Zeltplatz gesperrt, da dort zwei Tage zuvor ein Grizzly eine junge Waldarbeiterin angefallen hatte, die mit schwersten Verletzungen nach Vancouver geflogen wurde.
So zeltete ich die Nacht auf dem sehr steinigen Boden eines RV-Parks. Doch der harte Boden war immer noch besser als die Angst im Nacken auf der anderen Flussseite.

Nach einem Tag Rast in Dawson City, den ich mit viel Schlaf, einem Rundgang durch die historische Kulisse der Stadt und bei einer Lesung einiger Gedichte von Robert Service verbrachte, ging es am nächsten Tag über den Top-of-the-World-Highway Richtung Alaska. Dieser Tag war einer der anstrengendsten der Tour. Die Straße steigt auf rund 1300m - nur leider nicht am Stück, sondern über ungezählte Hügel und durch ebenso viele Täler, aus denen man sich immer wieder hinaufarbeiten muss. Belohnt wird man durch einen herrlichen Blick über die unendlichen Wälder bis zu den Ogilvie Mountains in der Ferne. Die Aussicht war jedoch merklich getrübt durch den Rauch der Buschfeuer, der in der Luft hing. Die Flammen kleinerer Brandherde konnte man auch immer wieder von der Straße aus sehen.
Es war ein sehr heißer, windstiller und staubiger Tag. Um so größer war mein Wasserverbrauch. Da es bis über die Grenze hinaus keine Möglichkeit gibt, die Wasserflaschen aufzufüllen, hatte ich am Morgen einen zusätzlichen Kanister mitgenommen.

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Nach einem letzten, nicht enden wollenden Anstieg sah ich endlich in der Ferne das Dach der kleinen Grenzstation im Sonnenlicht glitzern. Nach den Grenzformalitäten und einem Foto, das der Grenzer von mir schoss, rollte ich noch einige Kilometer bis zum Ein-Seelen-Ort Boundary, wo ich erschöpft in der kleinen Hütte Platz nahm. Zum Glück nahm mich von hier an ein Goldsucher mit bis nach Tok. Diese 200 km habe ich mir gerne erspart, gingen sie doch nur über staubige Schotterpiste. Nach dem Duschen fiel ich sofort ins Bett, das mir der Goldsucher zur Verfügung stellte. Es kam mir vor wie im Paradies, nachdem ich mir den Staub der Straße abgewaschen hatte, in einem echten Federbett zu schlafen.
Nach zwei weiteren Tagen traf ich in zwei Tagen Delta Junction und gelangte somit zum offiziellen Ende des Alaska Highway. Es ist immer wieder schön auf einer solchen Reise, wenn man bestimmte Abschnitte erreicht. Ein jeder solcher Abschnitt bedeutet ein weiteres kleines Ziel, das man sich gesteckt hat, und ist damit Teil der Erfüllung des Gesamtwerks. Manchmal erwischte ich mich auch dabei, dass ich ein solches Etappenziel nur noch herbeisehnte. Solche Momente waren z.B. wenn der Wind seit Tagen von vorne wehte oder wenn ich kaum mehr sitzen konnte. An solchen Tagen bedeutete jede Lodge, jede charakteristische Geländemarke, jeder Zeltplatz, ja manchmal jeder Milepost, dass das Ziel näher rückte.
W E I T E R





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